Schneeschimmel im Rasen – wie er aussieht und was nach dem Winter zu tun ist

Wenn der Schnee im Frühjahr schmilzt und man das erste Mal wieder auf den Rasen schaut, ist der Moment manchmal ernüchternd: Runde, helle oder grau-weißliche Flecken, manchmal mit einem watteartigen Belag, manchmal einfach als fahle kreisrunde Stellen ohne erkennbares Leben. Das ist Schneeschimmel – eine der häufigsten Winterkrankheiten im Rasen.

Was Schneeschimmel ist

Schneeschimmel ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für zwei verschiedene Pilzarten, die unter sehr ähnlichen Bedingungen auftreten.

Die häufigste Form ist Microdochium nivale – auch als Typhula-Schimmel oder Fusarium-Schneeflecken bekannt. Dieser Pilz ist besonders aktiv bei Temperaturen knapp über null Grad und hoher Feuchtigkeit. Er benötigt keinen Schnee – daher der etwas irreführende Name. Er kann sich auch während nasser, kühler Herbst- und Frühlingswochen ohne Schneebedeckung ausbreiten.

Die andere Form, Typhula incarnata, ist an Schneebedeckung gebunden. Sie wächst unter der Schneedecke, wo feucht-kalte und lichtlose Bedingungen herrschen. Ihre Schäden werden erst nach der Schneeschmelze sichtbar.

Beide hinterlassen ähnliche Symptome: runde, hellbraune bis strohfarbene Flecken, manchmal mit einem rosa-weißlichen Pilzrasen an den Rändern, der bei feuchtem Wetter besonders sichtbar ist.

Wie man Schneeschimmel erkennt

Das typische Bild im Frühjahr: runde Flecken von etwa 5 bis 30 Zentimetern Durchmesser, manchmal größer wenn mehrere Stellen zusammengewachsen sind. Das Gras innerhalb der Flecken ist abgestorben oder stark geschädigt – es sieht aus wie gelb-braun verfilzt und liegt flach.

Der rosa bis weiße Schimmelbelag an den Rändern ist morgens bei Tau besonders deutlich sichtbar. Er verschwindet, sobald der Rasen trocknet.

Was Schneeschimmel von anderen Ursachen abgrenzt: Er tritt fast immer nach dem Winter auf, folgt keiner erkennbaren anderen Ursache wie Trockenheit oder Dünger, und die runden Muster sind klar abgegrenzt. Wer Schneeschimmel noch nicht kannte, kann ihn manchmal mit Hexenringen verwechseln – aber bei Hexenringen ist die Mitte meist grün, beim Schneeschimmel abgestorben.

Was den Befall begünstigt

Schnee der lange auf dem Rasen liegen bleibt, vor allem wenn er auf nassem, noch wachsendem Gras gefallen ist. Herbstdüngung mit viel Stickstoff, die weiches, pilzanfälliges Wachstum kurz vor dem Winter erzeugt. Liegendes Laub über Winter, das die Luftzirkulation hemmt und die Feuchtigkeit hält. Rasen der sehr dicht und verfilzt ist und nicht gut trocknet.

Das bedeutet umgekehrt: Wer im Herbst kein Laub liegen lässt, nicht mehr stickstoffreich düngt und den Rasen mit scharfen Klingen auf eine angemessene Höhe in den Winter schickt, reduziert das Risiko erheblich.

Was jetzt zu tun ist

Sobald der Rasen wieder begehbar ist und der Boden etwas abgetrocknet hat, hilft Vertikutieren oder zumindest kräftiges Harken der betroffenen Stellen. Das reißt den Pilzrasen auf, verbessert die Luftzirkulation und beschleunigt die Trocknung – die schlechtesten Bedingungen für den Pilz.

Die betroffenen Stellen sollten nachgesät werden, sobald die Bodentemperaturen dauerhaft über 8 bis 10 Grad liegen. Vorher hat das Saatgut kaum Chance zu keimen. Eine leichte Startdüngung nach der Nachsaat unterstützt die Erholung.

Fungizide sind für den Hausgarten in den meisten Fällen nicht notwendig. Schneeschimmel verursacht selten so flächige Schäden, dass eine chemische Behandlung wirtschaftlich sinnvoll wäre. Die mechanische Auflockerung und die Nachsaat reichen fast immer.

Wer außerdem wissen möchte, was nach dem Winter generell am Rasen zu erwarten ist, findet im Artikel über Rasen gelb im Frühjahr eine breitere Einordnung der typischen Frühjahrssituation.